Heilung wie im Schlaf
Wohl jeder Mensch hat eine Ahnung, dass es Orte in ihm gibt, die nur darauf warten, berührt zu werden – durch Nachgeben, Sinken, ein kaum merkliches Gleiten. In Trance wird das Bewusstsein weich, wie ein Vorhang, der sich bewegt, obwohl es draußen windstill ist. Wie ein Schleier, der sich regt, obwohl niemand ihn berührt. Was sonst laut ist, tritt zurück. (Zur Person)
Das ist der Weg der Tiefenhypnose, in der bewusstes Denken und Meinen einmal beiseitegeschoben werden, um innere Wahrheit entdecken zu können. Sie brauchen dabei gar nichts zu sagen, alles geschieht wie in einem Traum, der sich von allein erzählt.
Das ist ein wichtiger Aspekt. Denn in unserem alltäglichen Leben trägt jeder Dinge in sich selbst, die er nicht einfach aussprechen möchte. Sie sind auch absolut schützenswert – und gerade in der Tiefenhypnose sind die Menschen besonders geschützt. Es gibt keinen „Geständniszwang“, man muss Gefühle nicht „durcharbeiten“, was nur zu oft sehr schmerzen kann.
Es braucht nichts preisgegeben zu werden. Manches bleibt schon deshalb verborgen, weil es in seiner Verborgenheit heil ist. Und während Sie tiefer zu sinken beginnen, entsteht dabei ein innerer Raum, sich ausdehnend und wieder zusammenziehend, wie ein Puls, der nicht Ihnen gehört und doch aus Ihrem Inneren kommt – ein Raum, der sich öffnet, indem er sich entzieht.
Tiefenhypnose ist wie ein Schlaf, in dem man zwar Worte und Klänge hört, aber allmählich tiefer sinkt in einen geschützten, sicheren Raum, in dem die Kräfte des Unbewussten ihre Heilungswirkung entfalten.
Worte werden dabei zu Klängen, Klänge werden zum Hintergrund, Hintergrund zu einem Raum, der sich schließt und zugleich öffnet, während Sie tiefer sinken in etwas, das Sie irgendwie schon kennen, ohne es bewusst zu kennen.
Was hindert uns im Alltag daran, uns zu öffnen und einfach alles auszusprechen, was uns im tiefen Inneren quält? Die Reaktionen der anderen, die uns beurteilen und bewerten. In herkömmlichen Therapien, auch in der „auflösenden Hypnose“, ist Vertrauen ein wichtiges Thema. Bin ich wirklich gut aufgehoben, wenn ich mein Innerstes enthülle? Diese Frage ist sehr berechtigt.
Doch in der Tiefenhypnose gilt: Sie gehen in einen sicheren Raum, an Ihren eigenen sicheren Platz in der Tiefe Ihrer selbst. Hier sind Sie absolut geschützt. Alle Worte und alle Klänge sind dabei nur Angebote, die Sie nur so weit aufnehmen, wie sie stimmig für Sie sind. Anderes zieht wie Nebel weiter, wie ein Gedanke, der sich selbst vergisst. Ihr Unbewusstes blendet es aus und nimmt für sich nur all das auf, was es wirklich gebrauchen kann. Was es nicht gebrauchen kann, löst sich einfach wieder auf, bevor es Form annehmen kann, um etwas zu hinterlassen, das sich wie leises, sich selbst flüsterndes Wissen anfühlt.








