Blog Tiefenhypnose Hamburg

Elmar Basse • 20. Juli 2026

Hypnose bei Erektionsstörung

Manchmal funktioniert der Körper — außer in dem Moment, in dem es wirklich darauf ankommt.

Und dann beginnt der Kopf zu reden: „Warum jetzt? Warum ich? Was stimmt nicht mit mir?“


Aber oft ist es nicht der Körper, der versagt. Sondern etwas in dir, das sich zurückzieht, weil der Moment zu nah, zu wichtig, zu verletzlich ist.


Viele Männer spüren in der Nähe eines Menschen mehr als andere: Erwartungen, Stimmungen, kleine Veränderungen, eigene Unsicherheiten.


Diese Sensibilität ist keine Schwäche. Sie ist eine Stärke — nur nicht in Situationen, in denen der Körper Ruhe braucht.

Und tief im Innern gibt es etwas, das leben und wachsen will. Eine Kraft, die nicht kaputt ist. Eine Stimme, die leise ist, aber unzerstörbar.


In der Tiefe kann man sie wieder hören.

Wenn du dich darin wiederfindest: Du bist nicht allein.


Mehr dazu auf meiner Seite: www.tiefenhypnose.hamburg/erektionsstörung

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„Wenn ich wüsste, was ich habe, wäre ich ja nicht zu Ihnen gekommen.“ Da niemand gerne krank sein will, ist es nur allzu verständlich, dass man die Symptome gern „weghaben“ will. Gehen sie nicht von selber weg und kann man sie nicht zum Verschwinden bringen, entsteht daraus oft der Gedanke, dass ein Arzt oder ein Therapeut diese Symptome „wegmachen“ soll. Dass Menschen es so betrachten können, hat sehr viel damit zu tun, dass die moderne Schulmedizin nicht den kranken Menschen behandelt, sondern seine Krankheiten (siehe Mensch und Krankheit ): Sie besitzt Expertenwissen über die Symptome des Menschen und die jeweiligen Krankheiten. Wie in anderen Lebensbereichen geht der leidende Mensch zum „Experten“, der etwas wieder „ganz machen“ soll. Dem steht keineswegs entgegen, dass jedem Menschen geraten wird, Körper und Seele selbst zu schützen. Ärzte und Therapeuten betonen, dass man sich um sich selbst kümmern soll, z.B. auf die Ernährung achten, sich in ausreichendem Maße bewegen, für Entspannungsphasen sorgen. All das hat jedoch seine Grenzen, wenn sich trotzdem Symptome zeigen. Das ärztliche Expertenwissen wird dann auf den Plan gerufen, um die Krankheit verschwinden zu lassen. Und wie erwähnt wird die Krankheit behandelt, keineswegs der kranke Mensch, was ein wichtiger Grund sein dürfte, dass 30% der Hausarztbesucher nicht einmal eine Diagnose erhalten , weil der Arzt nicht feststellen kann, woher die Symptome kommen. Es ist diese Arbeitsteilung – der Patient hat das Symptom, der Arzt als Experte das Heilungswissen –, die es Menschen schwer machen kann, ihre Blickrichtung zu verändern. Zwar weiß jeder Mensch Bescheid, dass es Selbstheilungskräfte gibt. Vielen ist der Gedanke nicht fremd, dass es ein inneres Wissen gibt bezüglich des Körpers und seiner Symptome. Mit diesem Wissen Kontakt aufzunehmen kann jedoch sehr schwierig sein, wenn man darin nicht Übung hat. Da die genannte Arbeitsteilung dem Arzt die Expertenrolle zuschreibt, ist es für Patienten oft überraschend, wenn man sie dazu einladen will, ihr eigenes Wissen zu aktivieren, z.B. mit der Frage danach, was sie denn selbst denken würden, woher die Probleme kommen. Nicht selten ist dann die Antwort zu hören: „Wenn ich wüsste, was ich habe, wäre ich ja nicht hierhergekommen.“ Das ist nur zu gut verständlich. Es ist für den Patienten so, als wollte der Arzt als Fachmann den Laien um seine Mithilfe ersuchen. Das kann ähnlich sinnlos klingen, wie wenn der Steuerberater seinen Mandaten um Mithilfe bei der Arbeit bittet („Was meinen denn Sie, wie Ihre Steuersituation ist?“). Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Bei vielen, auch schweren Krankheiten gibt es natürlich Expertenwissen, das für die Heilung notwendig ist. Nur ist es eben nicht selten so, dass der Arzt nichts finden kann, auch wenn er durchaus die Symptome sieht. Er findet nur eben die Ursache nicht, weswegen dann häufig zu hören ist, dass es wohl „psychisch bedingt“ sein dürfte, auch wenn eilfertig nachgereicht wird, dass das nicht bedeuten würde, dass man es sich nur einbilde. Aber gerade das, so denkt vielleicht mancher, will man ihm hier zu verstehen geben. Warum findet man häufig nichts? Der Grund liegt darin, so meine ich, dass der Körper ein Netzwerk ist, in dem die verschiedensten Kräfte wirken. Es gibt meist nicht den „einen“ Grund, warum es zu einer „Störung“ kommt. Jeder Mensch ist sich wohl bewusst, dass für die allermeisten Probleme, denen wir im Leben begegnen, viele Gründe verantwortlich sind. Meist ist es ein Zusammenwirken der verschiedensten Faktoren, warum im Leben Probleme entstehen. Um nur einmal ein Beispiel zu nennen: Wenn im Computer etwas „hakt“, z.B. ein Programm abstürzt, ist im Inneren des PCs eine ganze Menge passiert. Es ist eben nicht so einfach, dass es die „falsche Taste“ war, die man nicht hätte drücken sollen. Auch im Menschen gibt es ein Netzwerk, in dem die „Kräfte und Säfte“ wirken. Der Arzt kann nicht immer von außen erkennen, was im Inneren geschieht. Es ist ja der Körper des einzelnen Menschen, den der Arzt da vor sich sieht. Er kann in ihn „hineinschauen“, soweit es die Instrumente erlauben, die er jeweils anwenden mag. Wenn sie allerdings nichts zeigen, wäre dann, spätestens, der Zeitpunkt gekommen, das innere Wissen anzusprechen. Denn jeder Mensch ist dazu fähig, in sich selbst hineinzuspüren. Was ist das für ein inneres Wissen? Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Wenn mir morgens das Knie wehtut, wird es dafür Gründe geben. Der Körper selbst verrät sie mir nicht. Ich könnte einen „Experten“ fragen, der sich das Knie genau betrachtet. Vielleicht findet er aber nichts, was jedoch nicht bedeuten muss, dass es keine Gründe gibt. Inneres Wissen hat viel zu tun mit dem inneren Befragen. Wenn mir also das Knie wehtut, könnte ich mich z.B. fragen: Habe ich vielleicht falsch gelegen? Habe ich zu viel Sport getrieben? Wie reagiert mein Schmerzempfinden, wenn ich das Bein be- und entlasten will? Man richtet also Fragen an sich. Der Körper antwortet nicht direkt, manchmal aber indirekt: Wenn ich tatsächlich gestern beim Sport war, jetzt aber einmal den Körper schone und das Knie dann besser wird, könnte es daran gelegen haben, das ist die einfache Schlussfolgerung. So einfach ist es leider nicht immer. Häufig müsste man weiterforschen. Es wirken eben zu viele Kräfte auf den eigenen Körper ein. Nur hat der leidende Mensch oft nicht die Zeit und auch nicht die innere Ruhe, sich genauer mit sich zu befassen. Wenn er zu mir in die Praxis kommt, dann mit der verständlichen Haltung, dass er auf einen Menschen trifft, der Erfahrungswissen besitzt, wie man mit den Problemen umgehen kann. Die Idee ist jedoch nicht hilfreich, dass ich das Problem „wegmachen“ soll. Sie ist zwar menschlich sehr verständlich, führt aber wie gesagt in die Irre. Ich mache nicht Probleme „weg“, sondern ich arbeite darauf hin, dass die Probleme verschwinden können: Ich werfe einen Blick auf den Menschen und schaue mir seine Bedingungen an, die ich mit anderen vergleichen kann, weil schon viele leidende Menschen den Weg in meine Praxis fanden. Wir orientieren uns gemeinsam, woher die Probleme wohl kommen können. Das Vorgespräch besteht darin, dass ich mein Erfahrungswissen als Unterstützung anbiete, damit wir beide verstehen können, wie die Probleme entstanden sind und warum sie weiter bestehen. Ich schließe also, mit anderen Worten, an inneres Wissen des Menschen an, der zu mir in die Praxis kommt. Wir versuchen hervorzuholen, was der Mensch im Inneren weiß, auch wenn es zunächst unbewusst ist, was hier erst einmal nur heißt, dass er sich dessen noch nicht bewusst ist, was er in seinem Inneren weiß. Die energetische Hypnose hat dann das Behandlungsziel, innere Heilkräfte zu wecken und Lösungen entstehen zu lassen, die der bewusste Verstand nicht findet.
von Elmar Basse 20. April 2023
Die Beschäftigung mit sich selbst scheint heutzutage in Mode zu sein. In vielen Büchern oder TV-Reportagen, in unzähligen Online-Angeboten geht es um das eigene Ich: Selbst-Coaching oder auch Achtsamkeit, Meditation, Therapie oder Yoga – der Umgang mit dem eigenen Ich, mit dem Körper und der Seele, drängt sich in den Vordergrund. Wie in einem Warenhaus stehen die Angebote bereit, man muss nur darauf zugreifen. Tatsächlich sind es Kaufangebote, bei denen nicht immer mitgeteilt wird, dass es dabei Arbeit braucht, damit sie ihre Wirkung entfalten. Nur weil es angepriesen wird, muss es keineswegs so sein, dass wie bei einer Wunderkur die Probleme einfach verschwinden. Rational ist das den meisten wohl klar. Das Problem liegt jedoch darin, dass es dem Menschen oft schwerer fällt, sich mit sich selbst zu beschäftigen, statt Probleme im Draußen zu lösen. Unsere körperlichen Augen schauen nun einmal nur nach außen, richten sich in die äußere Welt, statt nach innen den Blick zu wenden. Mit unseren Sinnen, mit unseren Händen, sind wir primär nach außen gerichtet. Vielen fällt es durchaus leichter, ein Problem am Computer zu lösen, als in das Seelenleben zu schauen. Tatsächlich ist die Lebenskunst aber eine „Kultur seiner selbst“, die wir heute so kaum mehr kennen. Sie wird von dem Prinzip getragen, dass man für sich selbst sorgen muss (1) – das galt nicht nur in der Antike, in Griechenland und dem alten Rom, sondern ist ein gemeinsames Thema der verschiedensten Weisheitslehren. (2) So bemerkt Apuleius in der Antike: „Die Menschen haben alle den Wunsch, das beste Leben zu führen, sie wissen alle, dass es kein anderes Organ des Lebens gibt als die Seele …, dennoch pflegen sie sie nicht … Und doch muss jeder, der nach Scharfblick strebt, sich um die Augen kümmern, die zum Sehen dienen; wer behende laufen will, muss sich um die Füße kümmern, die zum Laufen dienen … Dasselbe gilt von allen Körperteilen, um die sich jeder seinen Vorlieben gemäß kümmern muss. Das sehen alle Menschen ohne Weiteres ein; also frage ich mich zu Recht erstaunt, warum sie nicht auch ihre Seele … pflegen …“ (3) Doch die „Seele zu pflegen“ geht eben nicht nebenbei, es bedarf einer ständigen Übung. Wem es tatsächlich ernst damit ist, von dem wird nämlich seit jeher verlangt, „dass man keine Zeit verliere und keine Mühe scheue, um ‚sich selbst zu machen‘, ‚sich selbst umzubilden‘ und ‚zu sich zurückzukehren‘“. (4) Da das selbstredend Zeit erfordert, muss man den Tag dafür organisieren. Die verschiedenen Lebenskunstschulen machen jeweils Vorschläge, wie man am besten vorgehen kann. Es sich selbst zu überlassen und in den Tag hineinzuleben wäre aber ein Schlendrian, mit dem man sich selbst schädigte. Was aber soll uns das heute sagen, wer hat denn schon die Zeit dafür? Die schlichte Antwort darauf lautet: Krank sein möchte keiner gern. Die antiken Stoiker kannten ein Analyseraster, das für Seele und Körper galt und daher auch für die Medizin gilt: - Es gibt eine „Veranlagung zu den Leiden …, die einen für mögliche Krankheiten anfällig macht“. - Dann kann es eine „Störung“ geben, irgendein Ereignis im Leben, ob nun körperlich oder seelisch, das die Veranlagung berührt, also auf die Schwachstelle trifft, die der einzelne Mensch in sich trägt. - Daraufhin kann die Krankheit entstehen, die dann „festgestellt und erklärt wird, wenn die Störung sich im Körper und in der Seele festgesetzt hat“. - Schließlich gibt es dann als letzten Schritt das „hartnäckig festsitzende Leiden …, das keiner Heilung mehr zugänglich ist“. (5) Seele und Körper wirken zusammen. Die Veranlagungen zu den Leiden, die Anfälligkeiten von Körper und Seele, wirken aufeinander ein. Wer Raubbau mit Körper und Seele treibt, befindet sich in Krankheitsgefahr. Die „schlechten Gewohnheiten der Seele“ können den Körper erkranken lassen, „während die Exzesse des Körpers die Schwäche der Seele bekunden und fördern“. (6) In der Praxis der Lebenskunst muss der Mensch sich selbst im Blick haben. Natürlich wird er zum Arzt gehen müssen, wenn er an Seele und Körper erkrankt. Doch ist es eben nicht genug, sich den Ärzte zu überlassen, auf dass sie die Krankheit beseitigen. Sorge um sich bedeutet hingegen, dass man sich „als ein Subjekt konstituiert, das um seinen Körper die rechte, notwendige und ausreichende Sorge trägt“. Das Thema ist also, Maß zu halten: die richtige Mitte im Leben zu finden, zwischen dem Zuviel und Zuwenig. Denn wenn man sich so beobachtet, sagt Sokrates zu seinen Schülern, würdet ihr „schwerlich einen Arzt finden, der besser als ihr entscheidet, was euch für eure Gesundheit nützt“. (7) Anmerkungen: 1) Michel Foucault: Die Sorge um sich, Frankfurt am Main, 1989, S. 60 2) Natürlich richteten sich diese Lehren ursprünglich nur an wenige: diejenigen, die es sich leisten konnten, sich mit sich selbst zu beschäftigen, aber dabei blieb es nicht, siehe Link zur Lebenskunst. 3) a.a.O., S. 63 4) a.a.O., S. 64 5) a.a.O., S. 75f. 6) a.a.O., S. 78 7) Michel Foucault: Der Gebrauch der Lüste, Frankfurt am Main 1989, S. 140
von Elmar Basse 18. April 2023
So wie wir uns unseres Körpers besonders dann bewusst werden können, wenn sich z.B. Schmerzen melden, ist es auch mit dem Seelenleben. Meist achten wir Menschen nicht besonders darauf, solange alles „in Ordnung“ ist. Dem entspricht der beliebte Satz, man solle nichts reparieren, was funktioniert. In dem psychischen Bereich äußert sich meistens die Symptomatik in einer Form von seelischem Schmerz: Zorn, Angst, Panik oder Trauer können Menschen sehr erschüttern, belastend sind natürlich auch Süchte oder allgemein solch ein Verhalten, das uns selbst (und andere) schädigt und das wir nicht in den Griff bekommen. Nur zu verständlich ist dann der Wunsch, dass die Beschwerden weggehen sollen. Doch was ist, wenn sie wiederkommen? Denkt man genauer darüber nach, erkennt man, dass sie nicht grundlos waren. Sie kommen nicht einfach aus heiterem Himmel. Auch das Gewitter kommt nicht „einfach so“, es baut sich erst allmählich auf. Im Inneren wissen die meisten Menschen, dass die Gründe in ihnen liegen, man hätte sich mit ihnen befassen können, und zwar schon vor längerer Zeit, doch da war der Schmerz noch nicht da. Der Gedanke drängt sich dann auf, wir müssten etwas in uns ändern, damit die Probleme nicht wiederkommen. Im medizinischen Bereich weisen Ärzte oft darauf hin, dass Menschen gut beraten wären, nicht einfach wie bisher weiterzumachen, sondern ihr Leben anzupassen, damit die Symptome nicht wiederkehren. Was aber soll man dann genau tun? Wie soll man in Zukunft sicherstellen, dass die belastenden Emotionen und das unerwünschte Verhalten einen Menschen nicht überkommen? Im energetischen Bereich ist die grundlegende Idee, dass die Energie des Menschen möglichst ungestört fließen will. Bei seelischem Schmerz, aber prinzipiell allen Symptomen, liegen demnach Blockaden vor, die den Energiefluss hemmen. Energetische Hypnose ist dann beispielsweise ein Weg, diese Blockaden aufzulösen. Doch das Leben hält vieles bereit, es gibt viele Stressfaktoren, die den Menschen belasten können und einen Energiestau hervorrufen mögen. Wie soll man sich also dazu verhalten? Nach Daniel Goleman liegt der „Schlüssel zum … Wohlbefinden … darin, unsere bedrängenden Emotionen in Schach zu halten; Extreme – Emotionen, die zu intensiv werden oder zu lange anhalten – untergraben unsere Stabilität“. Schon in der Antike, so Daniel Goleman, wurde die „Selbstbeherrschung“ gelobt, denn sie war die „Fähigkeit, den Gefühlsstürmen, die die Stöße des Schicksals hervorrufen, zu widerstehen, statt ein ‚Sklave der Leidenschaft‘ zu sein“ (1) . Was aber bedeutet das für uns heute? Sollen wir uns öfter entspannen, häufiger zum Yoga gehen, joggen oder meditieren? Das kann alles hilfreich sein, je nachdem, was zu einem passt. Ich würde hier keine Empfehlungen geben, außer vielleicht derjenigen, dass man möglichst herausfinden sollte, was von alldem funktioniert. Denn für den einen Menschen ist dieses, für den anderen jenes gut. Richtig ist, was passend ist. Man muss es für sich selbst entdecken. Im Hinblick auf die Lebenskunst ist aber die Frage falsch gestellt. Alle bekannten Weisheitslehren gehen das Thema ganz anders an. Das Ziel ist es nicht, „sich mal zu entspannen“, um mit dem Stress besser klarzukommen. Es ist vielmehr die „Sorge um sich“, die das Thema der Lebenskunst ist. Es ist ihre zentrale Frage, wie das Leben geführt werden kann, um mit sich selbst im Einklang zu sein. Sie entwickelt Techniken, um mit sich selbst im Einklang zu bleiben. Sie beobachtet Körper und Geist und verfolgt dabei das Ziel, dauerhaft im Fluss zu bleiben und unmittelbar intervenieren zu können, wenn sich Blockaden ankündigen. Das kann man Menschen nicht vorschreiben. Viele von uns sind unter Druck, das Leben bedrängt sie mit diversen Themen, sodass sie kaum verschnaufen können. Und ehrlicherweise muss man zugeben, dass sich die alten Weisheitslehren ursprünglich auch nur an wenige wandten: nämlich nur an diejenigen, die es sich eben leisten konnten, sich der Sorge um sich zu widmen. Doch die Weisheitslehren des Menschen blieben dabei keineswegs stehen. Es entstand bald die Idee, die an alle gerichtet war, jung oder alt, arm oder reich: Um mit dem Leben zurechtzukommen, müssen wir alle zentriert sein können und das Zentrum als etwas schützen, das lebenswichtig für uns ist. Ein Blick in den Alltag kann uns lehren, wie wichtig es wirklich für uns ist: Jeder kennt ja das deutsche Sprichwort, dass man hinterher schlauer sei. Wenn man wieder etwas verschnauft hat, kann man regelmäßig entdecken, dass man anders handeln konnte. Jeder kann zurückblicken und im Rückblick feststellen, dass manches nicht gut gelaufen ist und dass Fehler vermeidbar waren. Warum sind sie trotzdem entstanden? Weil wir uns selbst verloren hatten. Weil wir in dem Stress des Lebens uns nicht mehr selbst sortieren konnten und die falschen Entscheidungen trafen. Gerade um mit dem Druck klarzukommen, den das Leben ausüben kann, bedarf es eben der Sorge um sich im Sinne einer Lebenskunst und nicht im Sinne des Sich-mal-Entspannens. Die Lebenskunst ist darum kein Luxus für eine privilegierte Schicht, die es sich eben leisten kann, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Sie ist ein Dreh- und Angelpunkt, um das Leben gelingen zu lassen. Anmerkungen: 1) Daniel Goleman: Emotionale Intelligenz, München 1995, S. 79
von Elmar Basse 17. April 2023
Manches wird uns Menschen erst wichtig, wenn es zu verschwinden droht. Dazu zählt auch die Gesundheit, körperlich genauso wie seelisch. In seinem gesunden Zustand ist der Organismus nur wenig bemerkbar. Viele machen sich kaum Gedanken, solange alles „funktioniert“. Zwar gibt es häufig Störungen, die aber meistens solcher Art sind, dass sie bald wie von selbst verschwinden. Die Krankheit wirft uns auf uns zurück, zumal wenn sie ernster ist, womöglich auch mit Schmerzen verbunden. Wenn sie nicht von selber heilt, ist die jeweilige ärztliche Praxis der zu empfehlende Ansprechpartner. Die moderne Medizin kann ungeheure Erfolge vorweisen. Krankheiten, die früher meist tödlich ausgingen, kann sie beherrschen und oft heilen. Epidemien und Pandemien vermag sie in die Schranken zu weisen. Das ist jedoch nur die eine Seite. Denn andererseits gibt es die Erfahrung, dass man anscheinend „nichts machen kann“. Objektiv bestehen Symptome, nicht selten mit großem Leidensdruck. Doch der professionelle ärztliche Blick vermag die Ursache nicht zu entdecken. Tatsächlich ist es sogar so, dass jeder dritte leidende Mensch, der die hausärztliche Praxis wegen körperlicher Beschwerden aufsucht, sie ohne Befund wieder verlässt. „ Denn obwohl die Betroffenen über Schmerzen klagen, findet der Arzt nichts. “ Bei psychischen und psychosomatischen Themen dürfte es kaum besser aussehen. Der unleugbare medizinische Fortschritt enthält gewissermaßen die Heilungsvision: Wenn du krank bist, dann gehe zum Arzt, denn der kümmert sich schon darum. Man untersucht dort den kranken Menschen mit den technischen Messinstrumenten. Genau genommen nicht wirklich den Menschen, sondern eher nur seine Organe und die befallenen Körperstellen. Denn Krankheit, das ist für die Medizin nicht „etwas, was dem ganzen Menschen, sondern was einem seiner Organe zustößt“ (1) . Wenn sich da aber nichts finden lässt, hat die Medizin keinen Ansatzpunkt. Nicht jedem Menschen, der leidend ist und dem die Medizin nicht hilft, ist die Idee jedoch eingängig, dass er „eigentlich“ gar nicht krank ist. Seine subjektive Empfindung widersetzt sich dem womöglich. Er spürt, dass er eine Krankheit hat. Genauer: dass er selber krank ist. Dass er ein kranker Mensch also ist. Das aber ist ein Selbstverständnis, mit dem die Medizin letztlich kaum etwas anfangen kann. Ihr wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn basiert ja entscheidend gerade darauf, dass sie nicht den ganzen Menschen behandelt, sondern einzelne seiner Organe. Stefan Zweig bringt es auf den Punkt, wenn er dazu geschrieben hat: „Das seelische Gesamtphänomen ‚Krankheit‘ (zerfällt) in unzählige einzelne genau katalogisierte Krankheiten.“ (2) Was aber spürt der Mensch, der krank ist oder sich zumindest so fühlt: dass etwas nicht in Ordnung ist. Etwas in ihm scheint nicht zu stimmen. Warum das Symptom entstanden ist, kann er sich oft so wenig erklären, wie der Arzt es zu klären vermag. Dem Menschen drängt es sich jedoch auf, er kann es oft nur schwer ignorieren. Er sucht die Antwort auf das Warum. Besonders drängend wird das für Menschen bei allem, was irgendwie psychisch verursacht scheint oder zumindest mitbedingt ist. Es entzieht sich ihrer Kontrolle, wird oftmals als „unwillkürlich, unbeeinflussbar, manchmal wie von außen kommend“ (3) erlebt. Irgendein „Etwas“ scheint das Leiden bewirkt zu haben. Was aber soll dieses „Etwas“ sein? Es ist eine Störung der Lebenskräfte, die durch „etwas“ bewirkt worden ist. „Etwas“ ist mit dem Menschen geschehen, es wirkt negativ auf ihn ein. Für energetische Heilmethoden ist die Auffassung grundlegend, dass dem Kranken etwas fehlt, und zwar dem Kranken als ganzem Menschen: dass etwas im Inneren aus den Fugen geraten ist, die Lebenskräfte nicht richtig strömen und daraus erst die Symptome entstehen. Die verschiedenen Heilmethoden im energetischen Paradigma – sei es energetische Hypnose, Reiki, Akupunktur u.a.m. – haben das gemeinsame Ziel, mit diesem „Etwas“ Kontakt aufzunehmen, wie immer man es nennen mag. In der Sprache der Hypnose erscheint es als das „Unbewusste“ bzw. als unbewusste Heilkräfte, die therapeutisch zu nutzen sind, um innere Heilung in Gang zu bringen. Anmerkungen: 1) Stefan Zweig: Heilung durch den Geist, Gesammelte Werke, Kindle, Pos. 42848 2) a.a.O. 3) Burkhard Peter: Therapeutisches Tertium und hypnotische Rituale, S. 70, in: B. Peter, D. Revenstorf: Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin, Heidelberg 2009